Alleen in Brandenburg

Die ERSTE Ausgabe (6000 Bücher)
Weg und Ziel zum Schloss Meyenburg!
Schloss Meyenburg

Alleen in Brandenburg

Straßen die verbinden

Fotografien von Udo Lauer

Eine Ausstellung in den Räumen von Schloss Meyenburg vom 4. April bis Ende Juli 2021

Der Fotograf Udo Lauer*

1942 geboren in Berlin

Fotograf. Gründer der Fotoagentur Merlin-Presse Berlin.

Und viel mehr:

Fotoausstellungen im In- und Ausland für schwere Themen wie über das Konzentrationslager Struthof, aber auch Kinder der einen Welt und Begegnungen: Schausteller und ihre Volksfeste.

Fotografische Begleitung der Bundespräsidenten

Karl Carstens, Dr. Richard von Weizsäcker, Prof. Dr. Roman Herzog

Johannes Rau und Horst Köhler auf deren Reisen.

1989 Beginn der Aktion „Pflanzung einer Friedensallee“ auf den Seelower-Höhen mit 180 Ginkgobäumen und 90 Rosenstöcken und später an vielen andern Plätzen auf der einen Welt: vom Deutschen Soldatenfriedhof bei Moskau, dem Jerusalemer Zionsberg bis Berlin.

Udo Lauer bekam 1992 für sein Werben um Verständnis und Versöhnung das Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen: zurecht, wenn ich mir das erlauben darf zu sagen.

Aber auch ganz andere Dinge: wie „Gesichtslandschaften“, einmalige Fotografien vor allem vieler berühmter Menschen mit sehr, sehr viel Menschlichkeit und ohne Pathos.

Und eben das Thema Alleen: Ausstellungen in Abu Dhabi, später Berlin, Bremen, Storkow, Kaliningrad/Königsberg, Potsdam und und und und heute vor allem hier im wunderschönen Schlosshotel Fürstlich Drehna.

*Zitiert aus der Eröffnungsrede zu der Ausstellung „Alleen in Brandenburg…“ gehalten von Eike von Oppeln-Bornikowski am 5. Mai 2013 im Schlosshotel Fürstlich Drehna

Begegnungen: Alleen  in  Brandenburg “  
Straßen  die  verbinden  –

Genissen zu Zweit.

Ich liebe die graden Alleen
mit ihrer stolzen Flucht.
Ich meine sie münden zu sehen
in blauer Himmelsbucht.
Ich bin sie im
Flug zu Ende
und Land‘ in der Ewigkeit.
Wie eine leise Legende
verklingt in mir die Zeit.
flammt furchtbar das Firmament.

So sagt es uns Christian Morgenstern.

Zu fällen einen schönen Baum braucht´s
eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen bis man ihn bewundert,
braucht er Bedenk ´es ein Jahrhundert.
Eugen Roth

Eine Allee könnte man blutleer definieren,  ist eine auf beiden Seiten von Bäumen begrenzte Straße oder ein solcher Weg. Im engeren und ursprünglichen Sinn ist die Allee eine baumbestandene, in die Landschaft hinaus verlängerte architektonische Gartenwegachse einer herrschaftlichen Schlossanlage.
Der Ursprung von Alleen liegt in der Gartenbaukunst der Renaissance. Erstmals wurden sie im 17. Jahrhundert dokumentiert, meist mit einem baulichen Bezugspunkt, wie einem Schloss oder Herrenhaus. Erst im 18. Jahrhundert wurden zunehmend Alleen wegbegleitend gepflanzt, um die Orientierung in der Landschaft zu verbessern und um auf dem Weg nicht dem direkten Sonnenschein ausgesetzt zu sein. So nutzte z. B. Napoleon schattenspendende Alleen häufig als Marschwege für seine Armeen. Alleen bieten also viele Vorzüge: Alleen spenden Schatten an Tagen mit viel Sonnenschein. Ihre Laubdächer erzeugen ein eigenes Kleinklima und sind selbst kleine Biotope. Wurzeln und Baumkronen reinigen zudem das Grundwasser, sie schützen die Wege auch vor Erosion und Verschlammung. Sie sind Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Der dichte Baumbestand in Alleen ist letztlich auch ein natürlicher Schallschutz.

Die andere Seite der „Medaille“ ist, dass bei Sturm– oder Schneebruch Gefahr besteht durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume. Das Risiko von Sachschäden, Verletzungen oder tödlichen Verkehrsunfällen ist erhöht: allerdings verursacht durch uns Menschen.

Alleen sind aber auch Entschleuiniger,
zwingen vom Gas runter. Sie sind von einmaliger landschaftlicher Schönheit und eine Bereicherung für Mensch und Natur. Keine gleicht der anderen. Sie ziehen sich wie grüne Adern durch Städte und Landschaften vorausgesetzt er lässt dem anderen Raum – das bewirken, wozu er befähigt ist.

Über ALLEM…………

Alleen. Ein Markenzeichen insbesondere auch für das Land Brandenburg. Sie steigern die Erlebnisqualität der Landschaft und stellen zweifelsohne ein wertvolles Kulturgut dar.

Seit einigen Jahren wird immer am 20. Oktober eines Jahres der „Tag der Allee“ gefeiert und eine „Allee des Jahres“ gekürt. Wie 2011 so hatte auch 2012 eine Allee aus Brandenburg das Rennen gemacht. Die hundertjährige Lindenallee zwischen Densow und Annenwalde bei Templin in der Uckermark überzeugte 2012 In der Begründung heißt es: „Die Lindenallee in Densow ist ein grüner Tunnel wie aus dem Bilderbuch“. Typische Alleebäume von historischen Schlossalleen Mitteleuropas sind Linden, Rotbuchen. Im ländlichen Raum neben Mostobst-Alleen häufig Eichenalleen. Im innerstädtischen Raum dominieren oft  Platanen, Rosskastanien. Auch Pappeln und Ahorn sind in Alleen häufig zu finden. Aber auch Birkenalleen und vieles mehr. Deutschlandweit gibt es zirka 20.000 Kilometer Alleen. Leider sind viele von ihnen bedroht. Gefährdet vor allem durch den Straßenausbau, rigorose Schnittmaßnahmen, den Einsatz von Tausalzen im Winter.
…Alleen überall auf der Welt.
Die ungezählten berühmten und fast unbekannten Alleen,

die Allee bei mir in Berlin in meiner Straße:
wo Ahorn auf Linde trifft.

Bei aller Arbeit im Herbst: ohne sie wäre es nicht heimisch in mir… Ich denke an die Alleen, die ich im Laufe meiner zehnjährigen beruflichen Tätigkeit hier im Land Brandenburg kennenlernen durfte und die mir die Liebe zu Brandenburg tief ins Herz verankert haben. Denk ich an Heimat, sehe ich mich durch endlose Alleen in Brandenburg streifen, zu allen Jahreszeiten, hineinschauend ins Land, auf Felder, Dörfer, Städte. Oder wandelnd zwischen Haupt- und Landgestüt in Neustadt Dosse wandeln, zu mir selbst findend.
Ohne Alleen wäre Brandenburg arm,
wie Pegasus ohne Flügel.

Ich denke aber auch an Alleen in Masuren oder an die Alleen, die mein Vater beschrieb aus der Zeit vor Krieg und Vertreibung. Die Alleen seiner Kindheit. Ein geschützter Ort, auch im Herzen. Alleen sind Heimat, ein Leben lang.

Leben heißt Freunde haben –so heißt es auf der Website von Udo Lauer. Das beschreibt ihn, den in seiner Arbeit so Hochkonzentrierten, sehr gut als Mensch. Ein Mensch wird zum Menschen erst durch den Mitmenschen. Ein Baum wird zur Allee erst durch die anderen Bäume. Niemand verliert sich, sondern jeder gewinnt durch das Miteinander. Wo könnte das besser verdeutlicht werden als in einer Allee. Wer könnte das klarer vor Augen führen als er: Udo Lauer.
Und eben das Thema Alleen: Ausstellungen in Abu Dhabi, später Berlin, Bremen, Storkow, Kaliningrad/Königsberg, Potsdam im wunderschönen Schlosshotel Fürstlich Drehna. Jetzt im Schloss Meyenburg

Udo Lauer. Er macht mehr als gelungene Fotografien. Er hat ein analysierendes Auge.
Er zeigt in allem nicht die Ehre, denn die ist etwas Äußeres, sondern er hebt aus der Fülle das Innere zum Vorschein, die Würde. Dignitas. Die eine einzigartige Seins Bestimmung, die es zu respektieren gilt: bei einem Lebewesen, einem System von Lebewesen, beim Menschen als Teil der Natur, zwischen Menschen, in der Wechselwirkung mit der Natur und in der Achtsamkeit gegenüber der Natur als Grundlage des Lebens. Udo Lauer macht sie sichtbar: die Würde. Heute so wahr wie morgen, weil authentisch. So wie eben die Alleen Brandenburgs, wie Udo Lauer sie sieht und wie er sie uns sehend macht. Eine alte chinesische Weisheit rät Planst du für ein Jahr, so säe Reis. Planst du für zehn Jahre, so pflanze Bäume. Planst du für ein ganzes Leben, so erziehe einen Menschen.
Und planst Du für die Zukunft darüber hinaus: so sieh Dir diese herrlichen Bilder von Udo Lauer an, Pflege und liebe die Alleen, um sie den nächsten Generationen als Treuhänder weiterzugeben.

Denn Alleen sind in die Natur geschriebene Gedichte von Menschen für Menschen. Wir dürfen nie aufhören, in ihnen zu lesen. Sie begleiten uns – oft unbewusst und leise, doch zutiefst – auf unserem Lebensweg. Sie sind ein Teil von uns.
Eike von Oppeln-Bornikowski

2. AUFLAGE (6000 Bücher)
Die B 1, B2,

Udo Lauer

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